Herzlichen Glückwunsch an Milda Antrope zu ihrem bedeutenden Jubiläum!

Erstellt: 2022-04-09 , DEUTSCHER KULTURVEREIN VENTSPILS
Am 21. Februar 2022 wurde Milda Antrope, das Mitglied des deutschen Kulturvereins Ventspils, 99 Jahre alt. Frau Antrope trat 2004 dem deutschen Kulturverein Ventspils bei und nahm all die Jahre aktiv an Treffen, Veranstaltungen und Reisen des Vereins teil. Frau Milda Antrope spricht Deutsch und schon in der Sowjetzeit wandte sie ihre Sprachkenntnisse bei Treffen mit den Partnern an, deshalb trat sie dem deutschen Kulturverein Ventspils bei. In den letzten zwei Jahren wurden unsere Treffen und Durchführungen von Veranstaltungen reduziert, jedoch trafen wir uns am 20. Juni 2021 auf den traditionellen Ligo-Feiern des Vereins, die seit vielen Jahren bei mir in Blāzma stattfinden. Auch dieses Treffen besuchte Frau Antrope, die uns mit einem Ausdruck interessanten Humors begrüßte und viele Gespräche unterstützte. Einer ihrer Sätze lautet: "Wenn man nicht tanzt, ist es keine Party." Jedes Mal tanzte sie mit einem der Herren, wobei sie zuerst nicht verstanden hatten, dass sie Frau Antrope zum Tanzen einladen sollten. Ich habe verschiedene Reisen und Veranstaltungen des deutschen Kulturvereins Ventspils durchgeführt und kann sagen, dass ich die Antwort „Ja“ zur Teilnahme an diesen Aktivitäten am häufigsten von Mitgliedern des Vereins erhalten habe, die nicht im Ensemble „Windau“ singen, darunter von der Frau Antrope. Am 23. Februar 2015 fanden die Vorführung des Dokumentarfilms „Die andere Milda“ und das Treffen mit den Autoren des Films im Schloss des Livländischen Ordens in Ventspils statt. Der Film wurde über unsere Milda Antrope gedreht, weil unter ihrer Leitung die ersten drei Stufen des Ölumschlagkomplexes im Hafen von Ventspils gebaut wurden. Milda Antrope, die damals eine führende technische Spezialisierung hatte, sagte: „Ich war keine Karrieristin, ich war ein Arbeitstier. Gezielt konzentrierte ich mich nicht auf die Arbeitspositionen konzentriert, sie kamen mir von alleine. Und erst vor kurzem wurde mir klar, dass wir damals mit unserer Arbeit den Grundstein für die weitere Entwicklung von Ventspils gelegt hatten. Nach dem Bau des ersten Liegeplatzes, des Bunkerbereichs und der Tanklager konnten Schiffe mit großer Tonnage in den Hafen einlaufen. Es war eine neue Entwicklungsstufe, die den Weg für die ersten Öllieferungen ebnete.“ Der Film zeigt den Alltag von Frau Milda Antrope und erzählt ihre Lebensgeschichte, die von glücklichen und tragischen Ereignissen geprägt ist. Wenn Sie sich für diese historischen Ereignisse der Entstehung des Hafens von Ventspils und die Beteiligung von der Frau Milda an diesen Prozessen interessieren, empfehle ich Ihnen, sich den Film „Die andere Milda“ anzusehen. https://www.ventspils.lv/rus/kultura/77713-dokumentala-filma-par-ventspilnieci-mildu-antropi-un-ventspils-ostas-formation Im Internet habe ich folgende Zeilen über die Frau Antrope gefunden, die ich mit Ihnen teilen möchte. „Milda Antrope wurde in einer Familie mit fünf Kindern geboren, ihr Weg war nicht mit Rosen übersät. Schon in jungen Jahren sprengten die von den Ärzten gestellten Diagnosen die Grenze ihres Traums, Ärztin zu werden, doch Milda gab nicht auf und suchte nach Selbstverwirklichung in anderen Bereichen. Ihre schlechte Gesundheit hat ihr einige Hindernisse in den Weg gelegt, aber entgegen den Prognosen der Ärzte, dass sie nur noch wenige Monate zu leben hat, ist sie immer noch im öffentlichen Leben aktiv, pflegt den Garten und bleibt über die politischen Ereignisse im Land, sowie über die Betriebsführung und Entwicklung von Häfen auf dem Laufenden. Mehrere Objekte, die unter der Leitung von Frau Milda gebaut wurden, sind schon Geschichte, weil der Plan zur Modernisierung des Hafens von Ventspils ihren Abriss vorsah. Aber am 30. September 1961, als die erste Baustufe des Ölumschlagkomplexes abgeschlossen wurde, kann als Geburtstag von Ventspils als Öltransithauptstadt Lettlands angesehen werden."

Frau Antrope, die seit 1961 stellvertretende Hauptingenieurin des “Ölterminals Ventspils” ist, ist derzeit Vorsitzende des ÖTV-Rentnerverbandes. Vor zwei Jahren wurden Rentnertreffen häufig durchgeführt, was darauf hindeutet, dass sich die Leitung des Ölterminals Ventspils um ihre ehemaligen Mitarbeiter gekümmert hat. Leider wurde einige Zeit später festgestellt, dass ihre Kollegen praktisch nicht mehr am Leben waren. 2020 wurde versprochen, mich auf Tour mitzunehmen, aber die Pandemie machte die Pläne zunichte.

Am 2. Februar besuchte ich Frau Antrope kurz. Ich musste in den 5. Stock ihrer Wohnung Nr. 99 hinaufgehen. Da erwähne ich, dass die fünfstöckigen Wohnhäuser nicht über den Aufzug verfügen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie Frau Antrope immer noch einkaufen oder spazieren geht. Das Wohnzimmer ist mit vielen Blumen, blühenden Orchideen und anderen Zimmerpflanzen dekoriert. Auf dem Tisch lagen die Mappen mit Dokumenten, über die sie sagte: "Die geben mir keine Ruhe, die wollen viel mehr über meine Geschichte wissen".

Ich höre gerne ihren Ratschlägen, aufmunternden Sätzen und manchmal kritischen Einschätzungen zu und hoffe, dass Frau Antrope stark und gesund sein wird und wir gemeinsam ihren 100. Geburtstag feiern werden. Möge dieser Wunsch in Erfüllung gehen!

Autorin: Māra Kraule